In den letzten Jahren rückt die Griffkraft zunehmend in den Fokus der Gesundheitsforschung. Gemeint ist die Kraft, mit der eine Person mit der Hand zudrücken kann. Messen lässt sich diese Kraft mit einem einfachen Handmessgerät. Was zunächst banal klingt, hat sich in großen Studien als erstaunlich aussagekräftig erwiesen. Menschen mit niedriger Griffkraft haben im Durchschnitt ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewegungseinschränkungen und eine verkürzte Lebenserwartung. Diese Zusammenhänge wurden unter anderem anhand umfangreicher Bevölkerungsdaten beobachtet. Dabei wurden Hunderttausende Erwachsene über viele Jahre begleitet.
Was die Griffkraft leisten kann – und was nicht
Der Grund dafür liegt nicht in der Hand selbst, sondern im Gesamtzustand des Körpers. Die Griffkraft spiegelt wider, wie gut Muskeln, Nerven und Stoffwechsel zusammenarbeiten. Sinkt sie deutlich, ist das häufig ein Zeichen dafür, dass Muskelmasse abnimmt, körperliche Aktivität nachlässt oder chronische Erkrankungen an Einfluss gewinnen. Gerade im höheren Lebensalter zeigt sich, dass Menschen mit besserer Muskelkraft im Alltag selbstständiger bleiben und gesundheitliche Krisen besser überstehen.
Wichtig ist eine realistische Einordnung. Eine starke Griffkraft verlängert nicht automatisch das Leben. Sie zeigt vielmehr an, dass grundlegende körperliche Funktionen gut erhalten sind. Studien, unter anderem veröffentlicht in renommierten medizinischen Fachzeitschriften, machen deutlich, dass Griffkraft vor allem ein Frühwarnsignal ist. Sie hilft, Risiken sichtbar zu machen, ersetzt aber keine umfassende Gesundheitsbetrachtung.
Für Laien bedeutet das, dass die Griffkraft kein Fitness-Gimmick ist, sondern ein einfacher, objektiver Hinweis darauf, wie belastbar der Körper insgesamt ist. Veränderungen über die Jahre sind dabei oft wichtiger als einzelne Messwerte. Wer seine Muskelkraft durch regelmäßige Bewegung erhält, beeinflusst gleichzeitig viele Prozesse, die mit gesundem Altern in Verbindung stehen, von der Stabilität des Bewegungsapparates bis zur allgemeinen Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.



