Was Laktat im Körper wirklich bedeutet
Jeder intensiv trainierende Sportler hat ihn beim Training schon einmal erlebt. Den Punkt, an dem die Muskulatur so schmerzt, dass keine weitere Wiederholung möglich ist. Bei Untrainierten ist dieser Zeitpunkt deutlich früher erreicht als bei Spitzensportlern. Dabei spielt das Laktat eine wichtige Rolle.
Wie Training die Laktatresistenz verändert
Laktatresistenz beschreibt die Fähigkeit des Körpers, hohe Laktatwerte während intensiver Belastungen zu tolerieren und gleichzeitig leistungsfähig zu bleiben. Laktat entsteht nicht wie oft geäußert als „Abfallprodukt“, sondern als Zwischenstoff der Glykolyse. In Phasen, in denen der Energiebedarf die Sauerstoffbereitstellung übersteigt, wandelt der Körper Pyruvat in Laktat um und gewinnt dabei weiterhin Energie. Entscheidend ist nicht das Laktat selbst, sondern die damit verknüpfte zunehmende Azidose, die Muskelkontraktionen erschwert und das bekannte Brennen verursacht. Gut trainierte Athletinnen und Athleten können diese Belastung länger kompensieren, weil ihr Stoffwechsel schneller puffert, Nebenwege wie der Cori-Zyklus besser genutzt werden und die mitochondriale Oxidationskapazität steigt. Studien zeigen, dass regelmäßiges Training knapp unter und über der individuellen anaeroben Schwelle die Toleranz gegenüber steigenden Laktatwerten deutlich verbessert.
Durch wiederholte intensive Belastungsreize passt sich der Organismus auf mehreren Ebenen an. In den Muskeln erhöhen sich die Kapillardichte, der Enzymgehalt für die oxidativen Stoffwechselwege und die Fähigkeit, Protonen schneller aus der Zelle zu transportieren. Dadurch verschiebt sich die Laktatschwelle nach oben, was bedeutet, dass höhere Geschwindigkeiten, Watt- oder Wiederholungszahlen möglich werden, bevor die Ermüdung einsetzt. Die Anpassungen sind in der sportwissenschaftlichen Literatur gut dokumentiert.
Warum Laktatresistenz entscheidend ist
Ob Mittelstreckenlauf, intensives Kraftausdauertraining oder Teamsport. In all diesen Bereichen entscheidet die Fähigkeit, hohe Intensitäten trotz steigender metabolischer Belastung aufrechtzuerhalten, über das Leistungsniveau. Laktatresistenz ist daher kein Spezialthema für Elitesport, sondern ein zentraler Aspekt jeder Trainingsplanung, die auf nachhaltige Leistungssteigerung abzielt. Wer versteht, wie der Körper auf Laktat reagiert und wie sich diese Reaktion trainieren lässt, kann sein Training gezielter steuern und Fortschritte messbar machen, etwa durch regelmäßige Tests der individuellen Schwellenwerte oder die Auswertung von Herzfrequenz- und Leistungsdaten.



