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Sekundäre Pflanzenstoffe beschäftigen die Ernährungsforschung seit Jahrzehnten. Besondere Bedeutung kommt dabei den zu den Polyphenolen gehörenden Flavonoiden zu. Diese finden sich in Obst, Gemüse, Gewürzen, aber auch in Kakao und Tee. Je nach chemischer Struktur kann ihre Wasserlöslichkeit unterschiedlich ausfallen.
Es hat sich gezeigt, dass eine ausreichende Flavonoidzufuhr mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen kann. Allerdings spielen dabei natürlich auch der allgemeine Lebensstil und weitere Ernährungseinflüsse eine Rolle. Zwar gibt es bis heute keine allgemein anerkannten Zufuhrempfehlungen, aber deutliche Hinweise auf den Nutzen der Flavonoide.
So kam übrigens auch der Rotwein zu seinem Ruf als gesundes Genussmittel. Das „französische Paradoxon“ stand für die Beobachtung, dass die Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheiten in Frankreich trotz bestimmter Ernährungsrisiken niedrig war. Zu den diskutierten Erklärungsansätzen gehörte unter anderem der Rotweinkonsum. Nach heutigem Kenntnisstand ging das allerdings doch wohl etwas zu weit. Tatsächlich gibt es keine Alkoholmenge, die als gesundheitsfördernd und zugleich gesundheitlich unbedenklich gelten kann. Auch geringe Mengen täglich lassen sich deshalb nicht mit einem vermeintlichen Herzschutz rechtfertigen.
Rotwein enthält zwar verschiedene Polyphenole, darunter das Flavonoid Quercetin und das zu den Stilbenen gehörende Resveratrol. Die Natur bietet jedoch auch ohne Rotwein reichlich Möglichkeiten, seine Flavonoidzufuhr hochzuhalten und zahlreiche unterschiedliche sekundärer Pflanzenstoffe aufzunehmen.

Antioxidantien gegen freie Radikale

Freie Radikale und andere reaktive Verbindungen können Zellbestandteile schädigen. Sie erfüllen im Körper aber auch wichtige Aufgaben. Der regelmäßige Verzehr von möglichst frischem Obst und Gemüse, das bei Bedarf durch entsprechende Nährstoffkonzentrate ergänzt werden kann, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, ein breites Spektrum an antioxidativ wirksamen Substanzen zu sich zu nehmen. 

Immer mehr Anerkennung findet auch Kakao aufgrund seines hohen Anteils an Flavanolen. Für flavanolreiche Kakaoprodukte zeigen Studien unter anderem geringe blutdrucksenkende Effekte. Das lässt sich allerdings nicht auf jede handelsübliche Schokolade übertragen. Ein bestimmter Kakaoanteil garantiert nicht zwangsläufig keinen bestimmten Flavanolgehalt. Entscheidend sind auch Rohstoff und Verarbeitung. 

Fünf Portionen 

Die wichtigste Faustregel lautet jedoch: „Five a day“ – also mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Gemeint ist damit der über den Tag verteilte Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse. Hört sich viel an, ist es aber nicht, denn als Maß dient die eigene Hand. Eine Portion entspricht beispielsweise einem Apfel, einer Paprikaschote oder zwei Handvoll Beeren.