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Ob beim Muskel- und Kraftaufbau oder zum Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter gehört gezieltes Krafttraining zu den wichtigsten Bestandteilen eines zielorientierten Trainings. Dabei stellt sich auch regelmäßig die Frage, ob freie Gewichte oder moderne Trainingsmaschinen die bessere Wahl sind. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass die gezielte Entwicklung körperlicher Kraft keineswegs eine Erfindung unserer Zeit ist.

Milon von Kroton, mehrfacher Olympiasieger im 6. Jahrhundert v. Chr. und zweifellos einer der größten Athleten der Antike, gilt als Pate des progressiven Gewichtstrainings, also eines Trainings mit zunehmend steigender Belastung.
Der Legende nach begann er sein Training als Kind, indem er ein Kalb auf den Schultern trug. Im Lauf der Zeit wuchs nicht nur das Kalb, auch Milons Kraft nahm stetig zu, so dass er durch die natürliche Belastungssteigerung schließlich in der Lage war, ein ausgewachsenes Rind zu schultern.
Auch wenn diese Geschichte vermutlich ins Reich der Legenden gehört, beschreibt sie ein Prinzip, das bis heute die Grundlage eines erfolgreichen Krafttrainings bildet. Muskeln müssen regelmäßig ausreichend gefordert werden, um sich an steigende Belastungen anzupassen. Während dafür über Jahrhunderte vor allem das eigene Körpergewicht und unterschiedlichste schwere Gegenstände genutzt wurden, entwickelten sich mit der Zeit zunehmend spezialisierte Trainingsgeräte.

Freie Gewichte – Maschinen

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Trainingsmethoden bereits fortschrittlicher. Die damaligen Kraftsportler verfügten über Hanteln und diverse andere Gerätschaften, mit denen der Körper in Form gebracht werden konnte. Es dauerte aber noch eine Weile, bis in den 1950er Jahren das erste Kraftstudio in Deutschland seine Pforten öffnete.
Die ersten Kraftmaschinen waren sehr experimentell. Erst in den 1970er Jahren nahm die Entwicklung moderner Trainingsmaschinen von Amerika aus einen rasanten Verlauf. Heute gibt es eine Vielzahl von Maschinen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen. Das Angebot reicht von frei beweglichen Seilzügen bis zur gelenkschonenden Excentertechnik, die sich dem Kraftverlauf des arbeitenden Muskels in allen Bewegungsabschnitten optimal anpasst. Dieses Maß an Variation können Hanteln nicht bieten. Im Gegensatz dazu sind viele Maschinen mit Gewichten ausgestattet, die für Kraftsportler nicht ausreichen, um entsprechende Wachstumsreize zu setzen oder komplexe koordinative Fähigkeiten auszubilden. 
Die Unterschiede zwischen beiden Trainingsformen zeigen sich vor allem in der Bewegungsausführung. Während freie Gewichte neben der eigentlichen Zielmuskulatur häufig auch stabilisierende Muskeln beanspruchen und ein hohes Maß an Koordination erfordern, ermöglichen Maschinen eine stärker geführte Bewegung. Das kann insbesondere für Einsteiger, ältere Menschen oder beim gezielten Training einzelner Muskelgruppen von Vorteil sein. Freie Gewichte wiederum bieten große Bewegungsfreiheit und vielfältige Möglichkeiten, mehrere Muskelgruppen gleichzeitig zu beanspruchen. Welche Trainingsform sinnvoller ist, hängt deshalb wesentlich von den individuellen Voraussetzungen und Trainingszielen ab.
Diese ganze Vielfalt lässt sich über die Kombination aus freien Gewichten und modernen Trainingsmaschinen erreichen. Beide Trainingsformen haben Vor- und Nachteile, doch in ihrer Gesamtheit sind sie ein unschlagbares Duo.