Mit der Motivation so eine Sache. Manche Menschen scheinen sie im Übermaß zu besitzen, während andere sich scheinbar von einem Tag zum anderen quälen oder gar von anderen angetrieben werden müssen. Doch was unterscheidet Menschen, die ihre Ziele beharrlich verfolgen, von jenen, deren anfängliche Begeisterung schon nach wenigen Wochen verflogen ist?
Wer sich mit Spitzensportlern unterhält wird feststellen, dass die meisten schon lange vor einem Wettkampf so auf ein erfolgreiches Abschneiden fokussiert sind, dass für „schlechte Tage“ durch negative Einflüsse von außen beim Training im wahrsten Sinne kein Platz mehr bleibt.
Eine solche Einstellung wird einem nicht, wie man als Außenstehender meinen könnte, in die Wiege gelegt. Motivation lässt sich genauso entwickeln und stärken wie ein Muskel. Und wie beim Muskel muss man zunächst einmal den Ist-Zustand ermitteln, um die nächsthöhere Stufe erklimmen zu können.
Motivation hat ganz viel mit Einstellung zu tun. Der Einstellung zu sich selbst, den Menschen, die einem begegnen, und den Dingen, die einem widerfahren.
Erfolgreiche Menschen scheitern im Leben nicht etwa seltener als weniger erfolgreiche, aber sie gehen anders damit um. Häufig scheitern sie auf dem Weg zu ihren Zielen sogar öfter, weil sie aktiver und risikobereiter sind. Doch statt nach Ausreden zu suchen, sind sie bereit, eigene Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Das ist vielleicht im ersten Moment ein wenig schmerzhaft, hat aber den Vorteil, dass man etwas verändern kann, wenn man den „inneren Schweinehund“ überwindet.
Die Schuld grundsätzlich bei anderen oder den Umständen zu suchen, ist zwar einfacher, öffnet aber dem nächsten Scheitern schon Tür und Tor. Denn weder die Menschen um einen herum noch die äußeren Umstände lassen sich beliebig verändern. Wohl aber die eigene Einstellung und das eigene Handeln. Natürlich gibt es Hindernisse, die sich nicht allein mit Willenskraft überwinden lassen. Doch wer auch bei sich selbst nach den Ursachen sucht, kann Lösungen für die Zukunft finden.
Erfolg liegt im Erfolg
Erfolg liegt im Erfolg. Je mehr man erreicht, desto mehr traut man sich zu. So können die Ziele mit der Zeit immer höhergeschraubt werden. Die Zwischenschritte sollten zwar eine echte Herausforderung sein, aber immer erreichbar bleiben. Zu hoch angesetzte, immer wieder verfehlte Ziele drücken aufs Selbstvertrauen.
Was früher vor allem erfahrene Trainer und erfolgreiche Athleten aus ihrer praktischen Arbeit kannten, wird inzwischen auch durch die Sportpsychologie gestützt. Untersuchungen zeigen, dass selbst gesetzte Ziele, überschaubare Etappen und die Konzentration auf das eigene Handeln wichtige Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Motivation sein können. Entscheidend ist nicht allein das große Ziel am Horizont, sondern auch das Gefühl, auf dem Weg dorthin tatsächlich etwas zu bewegen.
Das gilt nicht nur für den Hochleistungssportler, sondern auch für jeden ambitionierten Fitness- und Gesundheitssportler. Wer beispielsweise seine Kraft verbessern möchte, sollte nicht ausschließlich davon träumen, irgendwann spektakuläre Gewichte bewältigen zu können. Jede zusätzliche Wiederholung oder kleinere Belastungssteigerung sollte als Erfolgserlebnis wahrgenommen werden, das Lust auf mehr macht.



