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Fersenschmerzen gehören zu den Beschwerden, die sportliche Aktivität deutlich einschränken können. Häufig wird dabei von einem Fersensporn gesprochen. Medizinisch handelt es sich um einen knöchernen Auswuchs am Fersenbein. Besonders oft sitzt er an der Unterseite der Ferse, dort, wo die Plantarfaszie ansetzt. Diese kräftige Bindegewebsplatte verläuft unter der Fußsohle und unterstützt das Fußgewölbe. Ein Fersensporn selbst ist jedoch nicht immer die eigentliche Ursache der Schmerzen. Viele Menschen haben einen solchen knöchernen Fortsatz, ohne Beschwerden zu spüren. Schmerzen entstehen meist dann, wenn das umliegende Gewebe gereizt oder entzündet ist.

Warum Sport die Ferse belasten kann

Im Sport wirken bei jedem Schritt hohe Kräfte auf Fuß, Sehnen und Faszien. Beim Laufen, Springen oder schnellen Richtungswechseln wird die Plantarfaszie wiederholt gedehnt und belastet. Das ist grundsätzlich normal. Problematisch wird es, wenn die Belastung schneller steigt, als sich das Gewebe anpassen kann. Typische Auslöser sind ein zu schneller Trainingsaufbau, viele Einheiten auf hartem Untergrund, ungeeignete Schuhe, eine verkürzte Wadenmuskulatur oder eine ungewohnte Lauftechnik. Auch längeres Stehen, Übergewicht und Fußfehlstellungen können die Belastung an der Ferse erhöhen.
Die Beschwerden treten häufig schleichend auf. Viele Betroffene spüren zunächst nur ein Ziehen oder Stechen unter der Ferse. Typisch ist ein deutlicher Anlaufschmerz am Morgen oder nach längeren Ruhephasen. Nach einigen Schritten kann der Schmerz zunächst nachlassen, bei längerer Belastung aber wieder stärker werden. Im Sport zeigt sich das oft dadurch, dass das Aufwärmen noch möglich ist, die Beschwerden nach dem Training oder am nächsten Tag aber zunehmen.

Ein wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen dem sichtbaren Fersensporn im Röntgenbild und der tatsächlichen Schmerzursache. Der Sporn ist eine knöcherne Reaktion auf länger andauernde Zug- oder Druckbelastung. Die Schmerzen hängen jedoch häufig stärker mit der gereizten Plantarfaszie zusammen. Deshalb richtet sich die Behandlung in der Regel nicht darauf, den Sporn zu entfernen, sondern die Belastung zu senken, das Gewebe zu beruhigen und die Funktion des Fußes zu verbessern.

Was bei Fersensporn sinnvoll ist

Bei akuten Beschwerden ist es meist nicht sinnvoll, einfach weiterzutrainieren wie zuvor. Eine vollständige Sportpause ist aber nicht in jedem Fall nötig. Entscheidend ist, schmerzauslösende Belastungen vorübergehend zu reduzieren. Laufumfänge, Sprungbelastungen und harte Intervalle sollten angepasst werden. Alternativen wie Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining ohne starke Fersenbelastung können helfen, aktiv zu bleiben, ohne die Reizung weiter zu verstärken.
Zur konservativen Behandlung gehören Dehnübungen für Wadenmuskulatur und Plantarfaszie, eine gezielte Kräftigung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, geeignetes Schuhwerk und bei Bedarf Einlagen oder Tapes. Auch Kühlen kann kurzfristig Schmerzen lindern. Entzündungshemmende Medikamente sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden, besonders wenn Vorerkrankungen bestehen oder regelmäßig Medikamente eingenommen werden.

Wichtig ist Geduld, weil gereiztes Sehnen- und Fasziengewebe oft langsam reagiert. Wer zu früh wieder in die volle Belastung einsteigt, riskiert einen Rückfall. Der Wiedereinstieg sollte schrittweise erfolgen. Entscheidend ist nicht nur, ob Sport während der Einheit möglich ist, sondern auch, wie die Ferse am nächsten Morgen reagiert. Bleiben die Beschwerden stabil oder nehmen ab, kann die Belastung vorsichtig gesteigert werden. Werden die Schmerzen stärker, war der Schritt zu groß.
Ärztlich abgeklärt werden sollten Fersenschmerzen, wenn sie plötzlich stark auftreten, nach einem Unfall entstehen, mit deutlicher Schwellung oder Taubheitsgefühlen verbunden sind oder trotz angepasster Belastung über mehrere Wochen bestehen bleiben. Dann müssen auch andere Ursachen wie Stressreaktionen des Knochens, Nervenreizungen, Achillessehnenprobleme oder Schleimbeutelreizungen ausgeschlossen werden.
In hartnäckigen Fällen können weitere Verfahren wie Physiotherapie, Stoßwellentherapie oder in seltenen Fällen operative Maßnahmen infrage kommen. Eine Operation ist jedoch die Ausnahme. Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden durch konsequente Entlastung, gezieltes Training und eine Anpassung der Belastungssteuerung.